Eine Frau steht im Dunkeln. Der Kopf nach unten gesenkt.

Das Hilfetelefon - Unterstützung für Frauen in Not - BARRIEREFREI

365 Tage im Jahr, rund um die Uhr kostenfrei erreichbar: Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" bietet Betroffenen erstmals die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent, sicher und barrierefrei beraten zu lassen. Qualifizierte Beraterinnen stehen den Hilfesuchenden vertraulich zur Seite und vermitteln sie bei Bedarf an Unterstützungsangebote vor Ort, etwa an eine Frauenberatungsstelle oder ein Frauenhaus in der Nähe. Auch Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie Fachkräften steht das Hilfetelefon für Fragen und Informationen zur Verfügung. Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit sichern den Zugang für Frauen mit Behinderung und geringen Deutschkenntnissen.

"Not kennt keine Einschränkung. Mit dem Hilfetelefon 'Gewalt gegen Frauen' möchten wir möglichst viele Frauen erreichen, die Gewalt erleiden oder erlitten haben. Dies gilt ausdrücklich auch für Betroffene mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung. Unser Angebot ist daher barrierefrei gestaltet und beinhaltet auch die Beratung in Deutscher Gebärdensprache. Über unseren Relay-Dienst können Sie täglich rund um die Uhr mit Hilfe von Gebärden- oder Schriftsprachdolmetscherinnen mit unseren Beraterinnen sprechen." 

Link zum Hilfetelefon

Filmpremiere »Grenzverletzungen« über sexuelle Übergriffe und Grenzverletzungen gegenüber Menschen mit Behinderung

Am 05.12.2017 findet um 19:00 Uhr im Rex Filmtheater in Wuppertal (Kipdorf 29) die Premiere der Filmreihe »Grenzverletzungen« über sexuelle Übergriffe und Grenzverletzungen gegenüber Menschen mit Behinderung statt. Der Eintritt in die Veranstaltung kostet 5,- EUR (SchülerInnen und StudentInnen frei)

Im Anschluss an die Filmaufführung gibt es eine Publikumsdiskussion. Kartenreservierungen können beim Medienprojekt Wuppertal vorgenommen werden. Vorbestellte Karten müssen bis 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung im Foyer des Kinos abgeholt werden.

Sexuelle Grenzverletzung und Übergriffe umfassen alle Verletzungen der Intimsphäre und der sexuellen Selbstbestimmung, wie Nötigung und Belästigung bis hin zum Missbrauch. Sexuelle Grenzverletzungen bei Menschen mit Behinderung liegen dann vor, wenn sie ungewollt Objekt sexueller Bedürfnisse von anderen Personen werden. Einem Menschen mit Behinderung, insbesondere mit einer geistigen Behinderung, kann in gewissen Fällen nicht bewusst sein, wann eine Grenze überschritten wurde, oder er kann dies nicht verbalisieren.

In der Filmreihe kommen Menschen mit Behinderung zu Wort, die Opfer sexueller Übergriffe und Grenzverletzungen geworden sind. Auch deren Angehörige sprechen in Interviews über die Auswirkungen und den Umgang mit Grenzverletzungen. Die Schwerpunkte der Erfahrungsberichte sind sexualisierte Übergriffe untereinander, Grenzverletzungen durch außenstehende Personen oder das familiäre Umfeld und Übergriffe von und an betreuendem und pflegendem Personal in Institutionen. Im Fokus stehen nicht nur Menschen, die Opfer diverser sexueller Grenzverletzungen geworden sind, auch kommen Menschen mit Behinderung zu Wort, die selbst tätlich geworden sind. Sie sprechen über das Erleben des Übergriffs, wie auch über die persönlichen Folgen für ihren Alltag und die Auswirkungen auf die eigene Sexualität und Partnerschaften. Die Empfindungen und die individuelle Aufarbeitung der betroffenen Personen stehen im Fokus der Interviews. Neben den betroffenen Personen kommen Fachkräfte und ExpertInnen zu Wort. Im Interview spricht z. B. Julia Zinsmeister über Symptome und Folgen von sexuellen Grenzverletzungen und Übergriffen, über rechtliche Möglichkeiten, Beratung und Unterstützung für die Betroffenen und über die Auswirkungen auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und einzelne Einrichtungen.

Die Dokumentation will dem großen Tabu der sexuellen Grenzverletzung bei Menschen mit Behinderung entgegenwirken. Themenschwerpunkte sind die psychischen Auswirkungen auf die Geschädigten, das unterschiedliche Erleben und Verarbeiten sexueller Traumatisierung, Schutz- und Risikofaktoren sexueller Übergriffe, Behinderung und Sexualität sowie Konzepte der Präventionsarbeit in Einrichtungen. 

Medienprojekt Wuppertal & Kartenreservierung

Entschädigungsleistungen bei Gewalterfahrungen in Heimen des LVR/LWL

Wer Gewalterfahrungen in Heimen des Landschaftsverband Rheinland (LVR) oder Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemacht hat, kann Entschädigungsleistungen beantragen.

Bereits 2016 wurde vom Bund und den Ländern ein Fonds für behinderte Menschen eingerichtet, die als Kinder in Behindertenheimen und Psychiatrien Opfer von körperlicher und sexualisierter Gewalt geworden sind oder unentgeltlich in Heimen arbeiten mussten.

Alle Menschen, die von 1949 bis 1975 Opfer von Misshandlungen in einem Behindertenheim (stationären Einrichtung der Behindertenhilfe) oder Psychiatrie geworden sind, können und sollten beim LVR oder LWL einen Antrag auf Entschädigung stellen. Dies ist noch bis Ende 2019 möglich.

"In den Anlauf- und Beratungsstellen arbeiten Beraterinnen und Berater gemeinsam mit den Betroffenen in persönlichen Gesprächen die Erlebnisse auf. Sind die Voraussetzungen für die Anmeldung erfüllt, erhalten die Betroffenen eine Geldpauschale", so die Hinweise auf der Webseite der Stiftung Anerkennung und Hilfe.Für viele betroffene Menschen ist es verständlicherweise sehr schwer, einen solchen Antrag zu stellen. Wir möchten Sie dazu anregen, diese Entschädigungen einzufordern. Gerne unterstützt das KSL Köln bei diesen Anträgen und bei Fragen.

Link zur Stiftung Anerkennung und Hilfe